Ich hatte für Kollegen, die ihr erstes Drupal Projekt gemacht haben eine kleine Einführung gegeben. Diese stelle ich hier zu Verfügen. Weiter unten gibt es das ganze auch noch als PDF download. Das ist nichts umfangreiches sondern nur ein kleiner Überblick.
Drupal ist ein in PHP geschriebenes Opensource Content Management System, aufgrund seiner Flexibilität wird es auch gerne als Framework bezeichnet. Drupal ist so entworfen wurden, dass es anpassbar ist. Wichtig und absolut zu beachten ist hierbei allerdings, das man keine Änderungen am Core vornimmt sondern durch Überschreiben und Hinzufügen von Modulen.
Um Drupal installieren zu können muss PHP vorhanden sein. Auf ganz billigen Serverangeboten wird es evtl. nicht laufen aber all zu hohe Ansprüche stellt es auch nicht.
Es sollte folgendes Vorhanden sein:
- .htaccess
- mod_rewrite
- Datenbank - MySQL oder PostgreSQL
Drupal Core
Der Drupal Core stellt die Grundfunktionen bereit z.B. Benutzerverwaltung, Taxonomie, Template - Erstellung, Blogsystem usw.
Hier ein Überblick der Verwaltungsoberfläche:

Hier sieht man die Core Funtkionen. Was schon ausreichend ist um eine simple Webseite zu erstellen. Für mehr Funktionen installiert man Module. Dank der lebendigen Community gibt es diese für unzählige Anwendungsgebiete.
Der „User_1“ also derjenige der die Seite erstellt und sich als erster anmeldet hat, ist der Poweruser mit allen Rechten und hat die volle Kontrolle. Der „User_1“ muss auch angemeldet sein um Updates am Drupal Core vorzunehmen.
Erklärung einiger Begriffe die immer wieder auftauchen:
Module: Module erweitern die Funktionalität und können bei Bedarf „ein- und ausgeschaltet“ werden. (sinnvoll für Module zur Entwicklung). Module werden von Drupal dann aufgerufen wenn sie gebraucht werden. (Inversion of Control).
Hooks: Hooks sind Ereignisse innerhalb von Drupal. Module können sich damit in Ereignisse „einhacken“. Durch die Implementierung von Hooks können Module die Core Funktionen von Drupal nutzen. z. B. ein Benutzer schreibt einen Blogeintrag und ein „Twitter-Modul“ postet das nach dem Speichern auf Twitter.
Themes: Mit Themes kann das Erscheinugnsbild der Webseite verändert werden. Es gibt verschiedene vorinstallierte, man kann eigene erstellen und sogar bestimmten Benutzern eigene zuweisen.
Nodes: Node ist der Basistyp von dem sich alle anderen Inhaltstypen ableiten. Was bedeutet man kann die allgemeinen Funtionen überall verwenden. z.B. erstellt man eine Produktseite und möchte das diese eine Kommentarfuntion erhält - ist mit wenigen Mausklicks möglich.
Blöcke: Ein Block enthält definierbare Informationen die an verschiedenen Stellen der Webseite unter bestimmten Bedingungen angezeigt werden können. (z.B. Die neusten Blogeinträge - nur auf der Startseite.) siehe: admin/build/block
Durch Drag und Drop kann man so die Blöcke an die gewünschte Stelle verschieben. Unter Edit befinden sich verschiedene Einstellungsmöglichkeiten.

Installation von Drupal 6
Download von Drupal unter:
http://drupal.org/project/drupal
(hier findet man immer die neuste Version)
Für die deutsche Version:
http://www.drupal.de/drupal-6-download
Wer den Terminal benutzen möchte:
curl „http://ftp.drupal.org/files/projects/drupal-6.14.tar.gz“ | tar -zxpv
bzw. die deutsche Version:
curl „http://www.drupalcenter.de/files/drupal-6.14-DE.tar.gz“ | tar -zxpv
Das ganze entpacken (FTP oder Lokal). Im Verzeichnis befindet sich dann folgendes. (Wichtig ist, das die .htaccess Datei vorhanden ist – wird gerne vergessen da sie versteckt ist.)

Interessant hier ist eigentlich nur der Ordner „sites“. Von den restlichen Dateien und Ordner sollte man die Finger lassen da sonst Probleme bei einem Drupal Update auftauchen können.
Im Ordner „sites“ befinden sich die Ordner: „all“ und „default“.
1. all:
hier legt man 3 Ordner an:
- modules - hier werden die eigenen Module installiert. (Der Ordner modules auf root Ebene ist für die Core Module)
- themes - hier werden die eigenen Themes installiert
- libraries - hier installiert man die WYSIWYG Editoren nur wenn man das Modul „wysiwyg“ installiert hat - was allerdings unbedingt zu empfehlen ist. http://drupal.org/project/wysiwyg
2. default:
hier legt man (sollte er nicht schon vorhanden sein) einen Ordner „files“ an. Dieser muss CHMOD 777 sein.
In diesem Ordner werden alle Dateien abgelegt bzw. generiert die der Benutzer während seiner Arbeit mit Drupal hochlädt oder erstellt. (z.B. ImageMagic)
Es ist aber auch möglich die Verzeichnissstrucktur individuell einzustellen.
(admin/settings/file-system)
Als nächsten Schritt die Datei „default.setting.php“ (im Ordner sites/all/default) duplizieren und in
„settings.php“ umbenennen und auch hier CHMOD 777.
Zum Schluss eine Datenbank anlegen und man kann Drupal installieren. Den Rest werde ich hier nicht weiter erläutern - einfach den Anweisungen folgen.
Die wichtigsten Module installieren
Zunächst werden die wesentlichen Module installiert um vernünftig arbeiten zu können. Einige dieser Module sind so umfangreich in den Funktionen das diese ein eigenes Kapitel erfordern. Ich gehe hier nicht im Detail auf diese ein.
WICHTIG! Die Module nicht nach modules installieren sondern nach: sites/all/modules
Nach der Installation müssen diese noch unter „admin/build/modules“ aktiviert werden.
Content Construction Kit (CCK)
http://drupal.org/project/cck
Views
http://drupal.org/project/views
Diese beiden Module sind überhaupt die wichtigsten, Teile davon werden bei Drupal7 im core vorhanden sein. „CCK“ dient zum erstellen von eigenen Inhaltstypen und „Views“ wird gerne als das Schweizer Taschenmesser von Drupal beschrieben. Im wesentlichen kann man damit Datenbank Querrys erstellen. Also man steuert damit u.a. welche Inhalte wie ausgegeben werden.
Wysiwyg
http://drupal.org/project/wysiwyg
Dies ist kein Editor sondern ein Schnittstelle um wysiwyg Editoren wie FCK Editor oder TinyMCE vernünftig einzubinden.
Devel
http://drupal.org/project/devel
Wichtiges Tool um die Entwicklung zu unterstützen
Backup and Migrate
http://drupal.org/project/backup_migrate
Was dieses Modul macht sagt der Name bereits. Man kann zeitgesteuerte Backups einstellen. Und es ist sehr unkompliziert die Datenbank von Lokal auf die Liveseite zu migrieren.
ImageAPI
curl „http://ftp.drupal.org/files/projects/imageapi-6.x-1.6.tar.gz“ | tar -zxvp
ImageCache
curl „http://ftp.drupal.org/files/projects/imagecache-6.x-2.0-beta10.tar.gz“ | tar -zxvp
ImageAPI und ImageCache gehöhren zusammen. Mit ImageCache kann man Bilder serverseitig bearbeiten. (kleiner rechnen usw.)
ImageField
curl „http://ftp.drupal.org/files/projects/imagefield-6.x-3.2.tar.gz“ | tar -zxvp
Imagefield erzeugt ein CCK Feld zum Bilder hochladen, dazu wird aber auch Filefield benötigt
FileField
curl „http://ftp.drupal.org/files/projects/filefield-6.x-3.2.tar.gz“ | tar -zxvp
Insert
curl „http://ftp.drupal.org/files/projects/insert-6.x-1.0-beta2.tar.gz“ | tar -zxvp
Mit Insert kann man BIlder mittels wysiwyg in Texte einfügen.
Pathauto
curl „http://ftp.drupal.org/files/projects/pathauto-6.x-1.2.tar.gz“ | tar -zxvp
Dieses Modul erzeugt automatisch einen Pfad in das URL aus dem Titel. Zudem bietet es vielseitige Einstellmöglichkeiten. Meiner Meinung nach absolut unverzichtbar.
Flashnode
curl „http://ftp.drupal.org/files/projects/flashnode-6.x-3.1.tar.gz“ | tar -zxvp
Flashnode erzeugt eine Inhaltstyp mit der Möglichkeit Flash einzubinden. Leider ist es zur Zeit noch nicht möglich einfach mit CCK ein Flashfield zu erzeugen.
SWF Tools
curl „http://ftp.drupal.org/files/projects/swftools-6.x-2.5.tar.gz“ | tar -zxvp
Stellt diverse swf Funktionen zur Verfügung. Man kann damit FLV - und MP3 Player einbinden, Flashgallerien sind auch möglich. Es funktionieren nicht alle. Welche kompatibel sind sieht man in den Einstellungen.
Nodewords
curl „http://ftp.drupal.org/files/projects/nodewords-6.x-1.3-beta5.tar.gz“ | tar -zxvp
Dient zum Bearbeiten und einrichten von Metatags.
Weitere sinnvolle Module (die ich jetzt nicht weiter erläutere)
Admin
Token
Webform
Für social Networking:
OG
Notifications
Flag + Flag Friend
Spam:
Mollom
Spam
Akismet (NO - Funzt nicht richtig mit Drupal)
Captcha + ReCaptcha
Adminmenü: (sehr hilfreich)
curl „http://ftp.drupal.org/files/projects/admin_menu-6.x-1.5.tar.gz“ | tar -zxvp
Wie erkennt man gute Module?
http://drupal.org/project/usage
Hier sieht man die Module mit der Anzahl der Benutzer.

http://groups.drupal.org/similar-module-review
Hier kann man recherchieren ob es ähnliche Module gibt. Oder wenn man ein Modul entwickeln möchte lohnt es sich hier reinzuschauen. Evtl. ist es besser eins zu forken.
http://drupaldashboard.com/node/43
Bekannte Fragen - #drupal-colorado #drupal-yourregion
Firmen fragen - http://groups.drupal.org/libraries
Code style - http://drupal.org/project/coder
Bei den Downloadseiten der Module die Linke Seite beachten

Maintainer - darauf achten ob diese schon lange dabei sind.
Maintainers - mehr ist besser
Issue queue - aktive aber nicht zu aktive


Super
Hab vielen Dank!
Danke dafür. Schöne
Danke dafür. Schöne Einführung.
Hey,ich bin Neuling in Sachen
Hey,
ich bin Neuling in Sachen Drupal & muss sagen diese Einführung hat mir bei den ersten Schritten echt geholfen.
Danke für die zahlreichen Tipps.
Liebe Grüße
Angehender Drupal- User ;-)
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